Eine Auswahl von Nahrungsmitteln mit besonderen Eigenschaften: Gerstengras, Algen und Chia-Samen

An dieser Stelle möchte ich Ihnen einige Nahrungmittel präsentieren, die ganz besondere Eigenschaften haben und bei vielen Menschen in Vergessenheit geraten sind.

1. Gerstengras – Prädikat: bestes Lebensmittel

Gerstengras ist eines der kostbarsten Lebensmittel unseres Planeten. Seine besondere Vitalstoffkombination gepaart mit einer ungewöhnlichen Nährstoffdichte sorgt dafür, dass Gerstengras nicht nur ein wunderbares Lebensmittel ist, sondern auch ein äusserst wirkungsvolles Heilmittel sein kann. Wie wissenschaftliche Studien unlängst zeigten, lindert Gerstengras die Symptome der chronischen Darmerkrankung Colitis Ulcerosa, senkt den Cholesterinspiegel und enthält ausserdem krebsfeindliche Substanzen.

Gerstengras – Balance der Vitalstoffe

Der japanische Wissenschaftler Dr. Yoshihide Hagiwara hat bereits vor vielen Jahrzehnten über 200 grüne Blattgemüse untersucht und diese miteinander verglichen.

Er stellte fest, dass Gerstengras mehr Mineralstoffe, mehr Spurenelemente, mehr Vitamine, mehr Chlorophyll, mehr Bioflavonoide und mehr Enzyme enthielt als alle übrigen analysierten Grünpflanzen.

Im Vergleich zu herkömmlichen Lebensmitteln lieferte Gerstengras in Hagiwaras Untersuchung beispielsweise:

  • 11 mal so viel Calcium wie Kuhmilch
  • 5 mal so viel Eisen wie Spinat und Brokkoli
  • 4 mal so viel Vitamin B1 wie Vollkorn (Weizen)
  • 7 mal so viel Vitamin C wie Orangen und
  • genau so viel Zink wie die reichsten Zinkquellen tierischen Ursprungs

Nicht nur die Quantität der Inhaltsstoffe faszinierten Hagiwara seinerzeit, sondern auch deren Ausgewogenheit.

Er sagte, in den Blättern der jungen Gerstenpflanze habe er die ausgewogenste Nährstoffkonzentration aller bisher untersuchten Pflanzen entdeckt.

Gleichzeitig ist Gerstengras eines der basischsten Lebensmittel, die uns zur Verfügung stehen.

Gerstengras – selber anbauen

Gerstengras kann relativ einfach selbst gezogen werden. Legen Sie dazu die Samen der Gerste über Nacht in Wasser. Am nächsten Tag verteilen Sie die gequollenen Samen (eng nebeneinander, aber nicht aufeinander liegend) auf der feuchten Erde einer Pflanzschale. Achten Sie darauf, dass die Erde mit den Samen nicht austrocknet.

Die erdfreie „Hydrokultur“ ist ebenfalls möglich. Dazu gibt es im Reformhaus oder im Biohandel spezielle Keimgeräte für die Grasanzucht. Die Hydrokultur hat den Vorteil, dass man später – wenn man gekeimte Gerste herstellen will, also kein Gerstengras – die gesamte Pflanze inklusive der Wurzeln verwenden kann.

Wie Sie Gerstengras in Ihre Ernährung integrieren

Nach drei Tagen können die Gerstensprossen (die gekeimte Gerste) als Beilage für Salate oder Gemüsegerichte geerntet werden. Will man jedoch Gras ziehen, dann lässt man die Pflänzchen etwa 10 bis 12 Tage zu mindestens 10 cm hohen (oder höheren) Halmen wachsen. Geerntet wird in diesem Fall nicht mit dem Rasenmäher, sondern mit der Küchenschere.

Die langen Gerstengrashalme können nun klein geschnitten in verschiedene Gerichte (Salate, Frischkäse, Sossen, Suppen etc.) gegeben werden. Sie können aber auch mit einer hochwertigen Saftpresse ausgepresst und als kraftvolles, frisches und grünes Elixier getrunken werden. Achten Sie jedoch beim Kauf einer Saftpresse darauf, dass diese explizit für das Pressen von Gräsern und Kräutern geeignet ist (wie z. B. die Green Star Elite Saftpresse).

Der Geschmack von frisch gepresstem Gerstengras ist sehr intensiv, weshalb er problemlos mit anderen Säften gemischt (Rezept siehe unten), in grüne Smoothies oder in Früchte-Smoothies gemixt werden kann.

2. Algen – Die grüne Supernahrung

Die drei bekanntesten Mikroalgen sind die grüne Chlorella Alge sowie die beiden blaugrünen Algen Spirulina und AFA. Diese Algen haben einiges gemein, und dennoch unterscheiden sie sich in ihrer Wirkungsweise.

Algen – ein Lebensmittel in reiner Form

Alles Leben stammt aus dem Meer – so auch die Algen. Algen ernähren sich von dem Sonnenlicht, dem Kohlendioxyd aus der Atmosphäre und den Mineralien aus dem Wasser.

Wie Pflanzen können auch die Algen aufgrund ihres hohen Chlorophyllgehaltes (grüner Farbstoff) durch das Sonnenlicht Kohlendioxyd und Wasser in Nährstoffe umwandeln. Bei diesem komplizierten chemischen Prozess, den man als Photosynthese bezeichnet, wir Sauerstoff freigesetzt; die Grundlage allen Lebens hier auf Erden.

Nicht weniger als 90% der globalen Sauerstoffproduktion findet über die Algen statt.

Es gibt ca 30.000 verschiedene Algenarten. Man unterscheidet die Makroalgen und die Mikroalgen. Die Makroalgen bezeichnet man auch als Meeresgemüse.

Die bekanntesten Algenarten

Gemeinsamkeiten lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  • Sie führen dem Körper eine Vielzahl bioaktiver, leicht verfügbarer Vitalstoffe in konzentrierter Form zu.
  • Insbesondere der hohe Anteil an Folsäure, Vitamin B 12 sowie an leicht verwertbarem Eisen ist bemerkenswert.
  • Ihr hoher Basenanteil unterstützt den Körper effektiv beim Ausgleich des Säure-Basenhaushaltes.
  • Ihr hoher Chlorophyllgehalt erhöht den Sauerstoffgehalt im Blut
  • Ihre enzymatische Aktivität unterstützt den gesamten Stoffwechsel
  • Dem Phycocyanin – der blaue Farbstoff in den Algen – wird eine besonders immunfördernde Wirkung (Stimulierung der Lymphozytentätigkeit) zugeschrieben
  • Mikroalgen wie Chlorella-Alge, Spirulina- und AFA-Algen enthalten nur sehr wenig, bis gar kein Jod
  • Sie haben eine hohe antioxidative Wirkung auf den Organismus, da sie eine Fülle an schützenden Substanzen anbieten
  • Ihre ausleitende Eigenschaft stellt eine weitere, wesentliche Besonderheit der Mikro-Algen dar.

Die Unterscheidung der Algen lässt sich wie folgt aufführen:

Clorella-Alge zur Ausleitung von Amalgam und anderen Schwermetallen

Die Chlorella Alge ist eine Alge, die besonders bei der Ausleitung von Schwermetallen ihren Einsatz findet. Dafür verantwortlich ist ihr hochkonzentrierter Chlorophyllgehalt. Anders, als die anderen Mikroalgen verfügt die Chlorella über zellulosehaltige, robuste Zellmembranen. Diese müssen vor der Trocknung aufgebrochen werden.

Dadurch sind sie in der Lage, freigesetzte Toxine und Schwermetalle zu binden und auszuschwemmen.

Die Chlorella-Alge ist in der Lage, ihre eigene Zellteilung deutlich zu beschleunigen. Diese Wirkungsweise konnte nach regelmäßigem Verzehr dieser Alge im menschlichen Organismus nachgewiesen werden.

Die Spirulina Alge

Die Spirulina Algen weisen eine auffallend hohe Nährstoffdichte auf. Besonders ihr beachtlicher Gehalt an leicht verwertbarem pflanzlichem Eiweiß, Omega 3 Fettsäuren sowie der Gamma Linolensäure macht sie so wertvoll.

Die Afa-Alge

Die AFA Algen wachsen ausschließlich im Klamath Lake in Oregon und lassen sich weder züchten, noch in irgendeiner Form manipulieren. Der Klamath Lake friert im Winter komplett zu. Normalerweise würden die AFA Algen bei diesen Temperaturen erfrieren.

Dem hat die Natur allerdings auf geniale Weise vorgebeugt: Die AFA Algen halten sich während der Winterzeit ausschließlich auf dem Boden des Sees auf.

Ihr außergewöhnlich hoher Gehalt an Omega 3 Fettsäuren sorgt für sehr flexible Zellwände, die ein Aufplatzen der Zellen verhindern.

3. Chia-Samen – Die Heilsamen der Maya

Für die alten Maya waren Chia-Samen Grundnahrungsmittel und Heilmittel in einem. Inzwischen ist auch Europa auf das Superfood aus Mexiko aufmerksam geworden, denn die kleinen Samen haben es in sich. Mit ihrem hohen Gehalt an Omega-3-Fettsäuren, Calcium, Eisen und löslichen Ballaststoffen stellen sie manch anderes bewährtes Lebensmittel in den Schatten. Wir möchten Ihnen diese nährstoffgeladenen Samen vorstellen und Ihnen einige kreative Rezepte an die Hand geben.

Chia-Samen – Die Nährstoffe des Superfoods

Chia-Samen werden als „Superfood“ bezeichnet. Warum? Weil diese Samen in vergleichbarer Menge anderen Nahrungsmitteln in ihrer nährstofflichen Zusammensetzung überlegen sind und überdies ganz besondere Eigenschaften aufweisen, die man bei herkömmlichen Lebensmitteln vergeblich sucht. Nachfolgend führen wir jene Nährstoffe auf, die sich in relevanten Mengen in einer Portion Chia-Samen (15 Gramm) befinden:

Omega-3-Fettsäuren: Mit der wichtigste Grund für den Verzehr von Chia-Samen ist ihr hoher Omega-3-Fettsäurengehalt. Chia-Samen bestehen zu 18 Prozent aus der Omega-3-Fettsäure Alpha-Linolensäure. Damit enthalten Chia-Samen fast so viele Omega-3-Fettsäuren wie Leinsaat (ca. 22 Prozent) bei deutlich weniger Kalorien, da Chia-Samen insgesamt 10 g weniger Fett liefern als Leinsamen.

In einer amerikanischen Studie, die im Juli 2012 im Journal of Alternative and Complementary Medicine veröffentlicht wurde, konnten die Forscher zeigen, dass sich der Omega-3-Fettsäurenspiegel (Alpha-Linolen-Säure, aber genauso EPA) im Serum der menschlichen Probanden durch die Einnahme von Chia-Samen (gemahlen) merklich erhöhen liess.

Das ist aus folgendem Grund sehr interessant: Die pflanzliche Alpha-Linolen-Säure (ALA) muss im Körper erst zu den tatsächlich so wichtigen langkettigen Omega-3-Fettsäuren (z. B. EPA (Eicosapentaensäure) oder DHA (Docosahexaensäure)) umgewandelt werden. Diese Umwandlungsrate sei aber – so heisst es oft – so gering, dass sich der Verzehr von pflanzlichen Omega-3-Fettsäuren nicht merklich auf den EPA- oder DHA-Spiegel im Blut auswirke.

Die vorliegende Studie aber zeigte, dass sich der ALA-Spiegel nach Chia-Einnahme um fast 60 Prozent erhöhte und der EPA-Spiegel um fast 40 Prozent. Allerdings nur in jener Versuchsgruppe, die die Chia-Samen gemahlen ass. Keine signifikante Änderung des Omega-3-Fettsäurespiegels stellte man hingegen in der Kontrollgruppe fest (sie ass keine Chia-Samen), aber genauso in der Gruppe, welche die ganzen Samen ass. Es lohnt sich also ganz deutlich, die Chia-Samen gemahlen zu verzehren. Denn wenn Chia-Samen den Fettsäurespiegel so gut beeinflussen können, dann kann man von ihnen auch die den Omega-3-Fettsäuren eigenen gesundheitlichen Auswirkungen erwarten, wie z. B. eine Entzündungshemmung, Stärkung von Herz und Gedächtnis, reduzierte Arthroseschmerzen, erhöhte Konzentrationsfähigkeit, bessere Augen und vieles mehr.

Proteine: Chia-Samen enthalten etwa doppelt so viel Eiweiss wie Getreide, nämlich über 20 Prozent bei einem Kohlenhydratgehalt von nicht einmal 5 Prozent. Das bedeutet nun zwar nicht, dass man künftig Chia statt Brot essen müsste, aber es zeigt, dass schon die üblicherweise verzehrten kleinen Chiamengen zur Proteinversorgung zumindest beitragen können. Interessant ist am Aminosäureprofil der Chia-Samen, dass sie hohe Anteile der Aminosäure Tryptophan enthält, die bekanntlich den Serotonin-Spiegel und somit die Laune anheben kann.

Calcium: Der Calcium-Gehalt von Chiasamen übertrifft den von Milch um das Fünffache und liegt bei 630 mg pro 100 g Chia. Isst man täglich 15 Gramm Chia, führt man sich mal eben 100 mg zusätzliches Calcium zu (und zwar ohne dazu auf Milchprodukte zurückgreifen zu müssen), was immerhin schon ein Zehntel des Tagesbedarfs von 1000 mg darstellt.

Eisen: Auch in puncto Eisen sind Chia-Samen eine interessante Quelle. Sie enthalten doppelt so viel Eisen wie Spinat. Natürlich kann man vom Spinat deutlich mehr essen als von Chia-Samen, doch liefern 15 Gramm Chia-Samen immerhin 1 mg Eisen, was immerhin 7 bis 10 Prozent des Tagesbedarfs ausmacht und was bei der kleinen Verzehrmenge doch sehr bedeutend ist. Wollte man diese Eisenmenge mit den üblichen Backwaren erreichen, müsste man dazu zwei grosse Scheiben Mischbrot essen (à 50 g). Doch schliesst das eine das andere ja nicht aus. Es geht nicht um ein Entweder-Oder, sondern darum, dass Chia einfach zusätzlich verzehrt wird – eben ganz wie ein Nahrungsergänzungsmittel, das in kleinen Mengen einen erheblichen Beitrag zur Nährstoffversorgung leisten kann.

Zink: Der Zinkgehalt in 15 Gramm Chiasamen liegt bei etwa 0,7 mg. Wieder gilt es, die winzige Verzehrmenge der Chiasamen zu berücksichtigen, die fast 10 Prozent des Zinkbedarfs liefern kann. Natürlich bekäme man auch mit 15 Gramm Leber oder einer Scheibe Käse diese Zinkmenge. Vielleicht mag man aber nicht jeden Tag Leber essen. Und was, wenn man Käse nicht verträgt (was mehr Menschen betrifft, als man vielleicht denken mag) oder man viel lieber vegan leben will? Dann sind Chia-Samen eine einfache Möglichkeit, mit wenig Aufwand die Zinkversorgung zu unterstützen.

Vitamin B3: Ungewöhnlich hoch sind die Vitamin-B3-Werte in den Chia-Samen. Sie liegen bei über 8 mg pro 100 g Chia-Samen und damit weit höher als in tierischen Lebensmitteln. Das Vitamin B3 ist an vielen Körperprozessen beteiligt: An der Entgiftung, dem Fettabbau, dem Kohlenhydratstoffwechsel, der Regeneration und vielem mehr. 15 Milligramm sollten Sie davon täglich einnehmen – und eine Portion Chia-Samen, ins Müsli gemischt oder nebenher aus der Hand genascht, liefert Ihnen schon 1,2 mg Vitamin B3. Denken Sie jedoch daran, pro Teelöffel Chia-Samen, die Sie uneingeweicht knabbern, unbedingt ein grosses Glas (mind. 200 ml) Wasser zu trinken.

Ballaststoffe: Die typisch westliche Ernährung enthält viel zu wenig Ballaststoffe. Daher sind Verdauungsprobleme – von Verstopfung bis hin zu Darmkrebs – an der Tagesordnung. Ballaststoffmangel führt aber auch zu einer gestörten Darmflora, und diese ist an der Entstehung nahezu jeder Krankheit beteiligt – ob akut oder chronisch. 34 Prozent Ballaststoffe stecken in den Chia-Samen.

Weicht man Chia-Samen ein, entsteht ein sog. Gel aus löslichen Ballaststoffen. Im Gegensatz zu unlöslichen Ballaststoffen, sind die löslichen viel bekömmlicher und auch wirkungsvoller. Sie pflegen die Darmflora, saugen im Verdauungstrakt Giftstoffe auf, regulieren den Blutzuckerspiegel sowie den Cholesterinspiegel und erhöhen die Darmperistaltik, was zu einer zügigen (aber nicht zu zügigen) Stuhlausleitung führt.

Quelle: Zentrum der Gesundheit